Lima 2.0

Am 04.05.2016 ist meine Abuelita 91 geworden. Sie wohnt, wie der Rest der Familie meiner Mutter, in Lima. Also sind Muriel, Mama und ich am Dienstag Morgen zusammen nach Lima gefahren.

Es war jetzt mein zweites Mal in Lima, nur das ich mich diesmal schon wirklich mit meiner Familie unterhalten konnte. Das machte eigentlich den größten Unterschied zu meinem ersten Besuch ganz am Anfang, da ich damals nicht mehr als „Hola“ und „como estas“ sagen konnte. Am Mittwoch war also der Geburtstag von meiner Oma und wir haben sehr tranquillo bei ihr und meinem Tio Bernado Zuhause gefeiert. Kurz bevor die anderen Gäste (mein andere Onkel mit seiner Familie) kamen haben meine Mama, meine Cousine Jessi, Muriel, meine Oma und ich ein bisschen Salsa im Wohnzimmer getanzt. Es war ein richtig schöner Moment mit den anderen.

Am nächsten Tag, Donnerstag, haben Muriel und ich zusammen mit Jessi ein bisschen die Stadt erkundet. Aber erstmal mussten wir 2 Stunden ins Centro fahren; der verrücke Verkehr von Lima. Wir haben den Plaza de Armas in Lima besucht, sind ein bisschen durch die Innenstadt gelaufen und danach in den Parque de Aqua gegangen. Normalerweise ist der für seine tollen Licht und Wassershows in der Dunkelheit bekannt, also waren wir um 5 Uhr ziemlich die einzigen Besucher. Es ist ein wirklich schöner Park und war toll in dem hektischen Lima einen ruhigen Ort zu finden. Die Nachtshows wollten wir uns natürlich auch nicht entgehen lassen und sind deswegen erst relativ spät nach Hause gekommen.

Am Freitag sind wir mit Mama, meiner Tia Metche, Oma und Jessi an den Strand in Miraflores gefahren (nach 2 ½ Stunden Stau). Miraflores ist als das „schönste“ Viertel Limas bekannt und zieht somit viele Touristen an, ist aber auch das wohl teuerste und zeigt nicht viel von dem Peru oder Lima wie ich es kenne. Es ist ein schöner Ort, aber als wir uns zum Beispiel eine Einkaufspassage an der Küste angeguckt haben, wurde ich schon fast ein bisschen wütend: ich hab mich gefühlt wie im Kopenhagner Flughafen und man konnte weit und breit keinen Peruaner sehen.

Da hab ich mich am nächsten Tag in Lima Norte auf dem Markt schon sehr viel wohler gefühlt. Dort habe ich mich mit zwei anderen Mädchen von AFS getroffen. Ich war wieder einmal überrascht davon, was für eine Verbindung man durch AFS und den geteilten Erfahrungen bekommt.

Am Sonntag war dann Dia de Madre: einer der wichtigsten Feiertage hier in Peru. Wir sind zusammen in ein Schwimmbad ein bisschen außerhalb von Lima gefahren, das ich auch schon von meinem ersten Besuch kannte. Der kleine Ausflug nach Lima war wirklich sehr, sehr schön, aber auch ein bisschen von Familienproblemen geprägt. Meine Oma hat oft geweint, vor allem als wir wieder gefahren sind. Sie wohnt zwar mit meinem Onkel zusammen, ist aber trotzdem oft alleine, da mein Onkel viel arbeiten muss.

Im Gegensatz zu vielen anderen mag ich Lima sehr gerne. Irgendwo bin ich dann doch ein „Großstadtkind“. Der Verkehr, das Chaos aber auch damit das Lebendige gefällt mir sehr gut. Trotzdem bin ich in meinem, im Vergleich sehr kleinen, Chimbote sehr glücklich, da ich hier in 20 Minuten ins Centro komme und mich auch noch nach 10 Uhr auf der Straße aufhalten kann.