Eine Endlosschleife - 19.7.2011

Ich habe immer noch dieses seltsame Gedanken-Karussell in meinem Kopf – diese Endlosschleife, aus der ich nicht rauskomme; Es sind immer wiederkehrende Hochs und Tiefs, die mich fast in den Wahnsinn treiben. Mal fühlt sich alles falsch an und ich frage mich, warum ich das hier mache und warum ich nicht in Dresden mit Zander auf dem Balkon liege oder mit Mama und Papa in Italien bin. In diesen Momenten fällt es mir sehr schwer, die Kraft aufzubringen, alle Menschen anzulächeln und zu betonen, wie schön Thailand doch sei. Und in diesen Momenten geschieht es nicht selten, dass ich meinen Emotionen kurz Luft machen muss und ich auf der Toilette kurz weine. Diese Momente sind immer dann, wenn ich zu viel Zeit zum Nachdenken habe oder mich eine Person, eine Werbung, ein Wort oder auch nur ein Geruch an die Vertrautheit von zu Hause erinnert. Aber dann gibt es auch immer öfter die Momente, in denen ich alles ganz klar vor mir sehe und sich alles richtig anfühlt. In diesen Momenten bin ich einfach nur dankbar für all die tollen Menschen die ich hier treffe; für die außergewöhnlichen Dinge, die ich hier erlebe. In diesen Momenten flackert irgendwo im Winkel meines Herzens das Fernweh wieder auf, das mich hierher getrieben hat und ich weiß, dass dieses Jahr vorüber gehen wird und dass es eines der tollsten und aufregendsten Jahre meines Lebens sein wird, auch wenn es sehr weh tut, bestimmte Menschen so sehr zu vermissen.
Gestern Abend war ein Moment von letzterer Art und ich bin mit so viel positiver Energie und Zuversicht ins Bett gegangen, dass ich lange nicht einschlafen konnte. Heute morgen war ich zwar leicht genervt von der unglaublichen Ruhe, mit der meine Mutter um 7:18 noch duschen geht, aber ansonsten habe ich mich fast auf die Schule gefreut (!). Heute war Mo nicht da – das Mädchen, das in meiner Klasse neben mir sitzt und welches überraschenderweise etwas Deutsch kann. Ich hab mich so an sie gewöhnt, dass ich erstmal ziemlich hilflos dastand, als mir verkündet wurde, dass sie nicht da sei. Aber irgendwie habe ich es dann doch geschafft – man verständigt sich dann doch irgendwie; auch ohne Worte. Am Nachmittag hatte ich Schwimmen. Es war ein unglaublich wunderbares Gefühl, die verschwitzte Uniform auszuziehen und in den kühlen Swimmingpool einzutauchen. (Übrigens gibt es natürlich auch fürs Schwimmen eine Uniform, bestehend aus einem schwarz – blauen Badeanzug mit Schullogo, einem Baderock (!), Schwimmbrille und farblich passender Badekappe.)
Jetzt sitze ich wie immer direkt neben dem Ventilator. Diese Tageszeit ist immer sehr friedlich. Ich sitze vor meinem Laptop, Pao-Pao döst neben mir auf der Couch, Pan-Pan ist wieder so fit, dass sie Hausaufgaben machen kann und meine Mutter ist mit dem Motorrad unterwegs um Futter für die Hunde zu kaufen (Hatte ich schon erwähnt, dass wir 6 Hunde haben?!). Man hört nur das Summen des Ventilators, das Klappern meiner Tastatur und ab und zu das Schniefen von Pan-Pan.
Momentan ist ein Moment, der in keine der beiden Kategorien fällt. Ich bin wohl zwischenzeitlich auf halber Strecke stehen geblieben. Mal sehen, in welche Richtung es morgen weitergeht.