AFS Camp Chiang Mai: Familientreffen - 20. 02. 2012

Sommerferien. Und das Ende Februar. Für über sechs Monate. Fühlt sich ein bisschen so an, als würde man gefeuert werden. Aber nur ein bisschen. Weil gleich nach dem kleinen Langeweile-Komplex kommt in Leuchtschrift das Wort "Freiheit"...
Und gleich am ersten Ferientag bin ich in Richtung jener Freiheit gestartet. Mit dem Nachtzug sind eine Freundin aus Italien und ich nach Bangkok gefahren - mein erstes Mal mit dem Zug unterwegs in Thailand, und ich muss sagen, ich war positiv überrascht. Es ist kein Erste-Klasse-ICE, aber man hat eine ordentliche Liege, saubere Bettwäsche und sogar einen winzigen, trockenen Keks auf dem Kissen. Nur mit der Klimaanlage übertreiben die Thais es gerne, und dementsprechend saßen wir bei 20°C zitternd in unseren Kojen und haben draußen den tropischen Regen, der dann plötzlich ganz eisig aussieht, beobachtet, wie die einzelnen Tropfen sich ihren Weg an der Fensterscheibe entlang gebahnt haben...
In Bangkok angekommen haben wir beschlossen, dass wir nicht wie alle Touristen direkt in ein Taxi einsteigen, da wir ja stolze Thailänderinnen und somit dazu in der Lage sind, den Bus zu nehmen – dachten wir. Das Problem am Busfahren in Bangkok ist, dass die Busse weder Fenster noch Türen haben und es bedauerlicherweise auch nicht für nötig halten, je irgendwo anzuhalten, sondern lediglich gnädig das Tempo drosseln. Mit unseren Koffern und mit fehlender Orientierung war das dann eine größere Herausforderung. Ich habe daraufhin eine halbe Stunde mit dem Busfahrer diskutiert, und es wurde also schließlich im ganzen Bus beraten, was denn mit den zwei außerirdischen weißen Mädchen angestellt werden soll. Als ich dann letztendlich die BTS-(Sky Train)-Station selbst gesichtet habe und dem Busfahrer zugerufen habe, dass er doch bitte anhalten soll, waren all unsere Mitreisenden sichtlich froh und es wurde ernsthaft applaudiert.
Den Tag habe ich mit Freunden in Bangkok verbracht, und am nächsten Tag ging es morgens ins AFS Büro. Zusammen mit all den Austauschschülern aus Bangkok und Umgebung ging es dann 15 Stunden mit dem Bus nach Chiang Mai. Der Rest war schon vor Ort, und ab dem Moment der "Wiedervereinigung aller AFSer" wurde die ganze Woche lang nur geredet, geredet und geredet.

Ich könnte jetzt großartig von unseren Aktivitäten erzählen; von Elefantenreiten, über Tempel Besuche, bis zu Bamboo-Rafting und Bungee-Jumping. Aber das war alles ganz nebensächlich. Das Ganze war wie ein riesengroßes, wunderschönes Familientreffen. Es ist unglaublich, wie vertraut wir uns alle geworden sind – wie sehr ein solches Jahr verbinden kann...