Mal wieder ein erster Schultag - 26. 12. 2011

Das Prinzip eines ersten Schultages ist überall das Gleiche; man ist das unbeschriebene Blatt Papier das keiner kennt, das am Anfang der Stunde immer nervös neben dem Lehrer wartet bis sich irgendwo ein freier Platz ergibt, das nicht weiß wo man sich beim Essen vordrängeln muss und deshalb die ganze Pause in der Schlange steht und das am Ende des Tages meistens einen Nervenzusammenbruch erlebt.
Mittlerweile sollte ich mich eigentlich daran gewöhnt haben, aber gestern Morgen war es dann doch wieder schwer aus dem Bett zu kommen. Zur Feier des Tages hatte sich meine Mutter wohl vorgenommen ein westliches Frühstück zu kochen, damit ich mich zu Hause fühlen würde. Daraufhin habe ich dann morgens um sechs Spiegelei mit Soyasoße, Pommes und lauwarme Hühnersuppe gegessen.
In der Morgenzeremonie hat mich der Direktor aus Versehen erstmal als Sara aus Amerika vorgestellt. Jetzt nennt mich zwar die ganze Schule "Salaaaa", aber wenigstens gibt mir das das Gefühl, dass die Schule wirklich erfahren ist inpunkto Austauschschüler...
Außerdem ist Stri Thung Song definitiv überschaubarer als meine alte Schule. Ich musste mich morgens nur vor 2000 Schülern vorstellen und werde auch nicht mehr mit dem Motorrad von Gebäude zu Gebäude gefahren. Meine Schuluniform ist ein Traum - kurze Ärmel, kürzerer Rock, keine Krawatte und sogar eine Sportuniform unter der man kein Unterhemd tragen muss!
Wie gesagt war es trotzdem ein großer Schock, jetzt wieder so ganz am Anfang zu stehen. Aber zum Glück ist man ja dann als weißes Mädchen in Thailand auch nicht ganz so unsichtbar wie die kleine Paula, die zum Halbjahr in die sechste Klasse des Tellkampf Gymnasiums kommt und im Prinzip geht es mir ja hier auch nicht darum, meine Freunde für das gemeinsame Hausaufgabenmachen zu finden, sondern ich versuche einfach mit so vielen Leuten wie möglich Spaß zu haben und vor allem von ihnen zu lernen...