Sattahip - 18.8.2011

Gerade sitze ich in meinem Zimmer auf dem Boden (im Schneidersitz natürlich) und genieße das Gefühl vollkommener Entspannung. Es ist gespenstisch still im Haus. PanPan und PaoPao dösen beide auf dem Sofa, meine Mutter liest ihr Englischbuch und ich, na ich sitze wie gesagt in meinem Zimmer und versuche zur Abwechslung mal einfach den Moment zu genießen und an nichts anderes zu denken. Das ist überhaupt der Satz, der mir in letzter Zeit immer öfter in den Sinn gekommen ist: "Live for the moment". Klingt einfach, aber je mehr ich darüber nachdenke merke ich, wie wenig ich das tatsächlich tue. Warum ist es so schwer, einfach zu Sein - einfach den Moment zu genießen und sich über das zu freuen, was man hat? In den letzten Tagen habe ich gemerkt, wie oft man doch genau das Gegenteil tut - wie man sich so selten mit dem zufrieden gibt, was man hat und wie oft man sich nach etwas schönerem, größerem, besseren sehnt. Immer hat man Angst, etwas zu verpassen oder zu kurz zu kommen. Wie bereits gesagt, man will immer das, was man gerade nicht hat, was auf eine traurige Weise ironisch ist, weil man dadurch nie wirklich genießen kann...
Soviel zu meiner philosophischen Ader, angeregt durch die wundervollen Stunden am endlosen Ozean.
Gestern morgen haben PanPan, PaoPao, Kun Mae und ich den PickUp hauptsächlich mit Geschirr und Essen beladen und sind nach Sattahip gefahren. Das ist ungefähr eine Autostunde von hier entfernt in der Nähe von Pattaya. Der Cousin meiner Mutter ist anscheinend ein ziemlich hohes Tier bei der Marine und er hat uns sein Strandhaus in Marine City, ein Ort, der ausschließlich für Führungsmitglieder der Marine und ihren Familien zugänglich ist :D, zur Verfügung gestellt. Allerdings ist Strandhaus enorm untertrieben, weil der Ort, an dem wir angekommen sind, war das reinste Paradies. Wir hatten den Strand ganz für uns alleine und die beiden Tage waren himmlisch. Ich habe so viel Zeit wie möglich mit meinem Buch am Strand unter den Palmen verbracht. Gestern hat es kurz geregnet und das Paradies hat sich innerhalb von zwei Minuten in eine graue Wasserwand verwandelt. Aber das war auch total gemütlich. Bei knapp 30°C haben wir uns alle langärmlige T-Shirts angezogen und uns unter den Decken im Haus eingekuschelt. Insgesamt waren wir 14 Leute. PiiFlug und PanPan haben Gitarre gespielt und wir haben heiße (und sehr scharfe!) Nudelsuppe gegessen. Anfangs habe ich mich wieder ein wenig alleine gefühlt. Einerseits sind PiiFlug, Faa und Pup schon fast Geschwister für mich. Aber wenn man dann so lange mit ihnen zusammen ist, merkt man doch, dass man eben noch nicht ganz dazu gehört. Die kenne sich alle fast ihr ganzes Leben lang und sind eben wirklich fast Geschwister. Ein wenig erinnert sie mich an Anne, Maria, Emilia und mich. So etwas kann man unmöglich aufholen, und es tut weh, das zu spüren. Aber ich hoffe, das wird bald besser.
Innerhalb von einer halben Stunde war der Sturm dann auch schon wieder vorbei. Ich bin mit meiner Mutter auf den Markt in die Stadt gefahren. Es war schön, ein wenig Zeit so entspannt mit ihr alleine zu verbringen und es hat richtig Spass gemacht, ihr zu helfen den Fisch auszusuchen, Gemüse zu kaufen und mit den Marktfrauen zu verhandeln. Am späten Nachmittag sind wir dann ins Meer gegangen. Wir durften zwar nicht weit schwimmen, aber wir sind trotzdem fast drei Stunden im Wasser geblieben und es war toll. Abends wurde dann natürlich ausgiebig gegessen. Und heute morgen sind wir dann schon um sechs Uhr wieder ins Meer. Es waren also alles in allem zwei wunderschöne und entspannende Tage mit viel Zeit zum Lesen, Nachdenken, Yoga machen und natürlich essen.
Und jetzt werde ich weiterhin versuchen, einfach den Moment zu genießen...